In der Region Munster mit ihren quartären Sanden und Geschiebemergeln verlangt die Baugrunderkundung eine geotechnische Kategorie, die ohne direkten Bodenaufschluss nicht auskommt. Die DIN EN 1997-2 fordert für nahezu jedes Bauvorhaben eine Kombination aus direkten und indirekten Aufschlüssen, wobei die Schürfgrube als unverzichtbare Ergänzung zur SPT-Bohrung den entscheidenden Vorteil liefert: Der Boden wird in seiner natürlichen Lagerung sichtbar, Schichtgrenzen lassen sich millimetergenau dokumentieren und gestörte sowie ungestörte Proben werden dort entnommen, wo das Auge des erfahrenen Baugrundgutachters sie für repräsentativ hält. Gerade im Stadtgebiet Munsters, wo die Bebauungsdichte zunimmt und Altlastenverdachtsflächen kartiert sind, schafft die sorgfältig angelegte Schürfgrube die belastbare Grundlage für jede weitere Bemessung. Unser Labor in Norddeutschland arbeitet mit einem Prüfverfahren nach DIN EN ISO 22475-1, das die Rückverfolgbarkeit jeder Probe vom Aufschluss bis zur Korngrößenanalyse sicherstellt und dem Tragwerksplaner jene Kennwerte liefert, die er für den Standsicherheitsnachweis benötigt.
Eine fachgerechte Schürfgrube in Munster liefert mehr als ein Bohrkern: Sie macht das Gefüge sichtbar, das über Setzungen, Verdichtbarkeit und Wasserempfindlichkeit entscheidet.
