Die glazial geprägten Böden im Raum Munster, insbesondere die weit verbreiteten Geschiebelehme und -merged der saalezeitlichen Grundmoränen, stellen die Baugrunderkundung vor besondere Herausforderungen. Mit einer mittleren Jahresniederschlagsmenge von rund 780 mm und den oft oberflächennah anstehenden bindigen Deckschichten ist die Kenntnis der Plastizitätseigenschaften für jede Gründungsbewertung essenziell. Die Atterberg-Grenzen liefern hier jene bodenmechanischen Kennwerte, die das Verhalten dieser feinkörnigen Substrate bei wechselnden Wassergehalten beschreiben. Anders als eine reine Korngrößenanalyse, die nur die Fraktionsverteilung abbildet, erfassen wir mit der Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze die für die Tragfähigkeit und Schrumpfneigung maßgebenden Zustandsformen. Für Baugrundgutachter und Tragwerksplaner in Munster sind diese Indizes die Grundlage, um Setzungsprognosen zu präzisieren und die Konsistenz der anstehenden Schichten normgerecht zu klassifizieren. Ergänzend zur Laboranalyse kann bei unzureichend tragfähigen Weichschichten eine Baugrundverbesserung mittels Rüttelverdichtung oder der Einbau von Schottersäulen erwogen werden, sofern die ermittelten Plastizitätszahlen dies nahelegen.
Die Plastizitätszahl IP trennt in Munsters Geschiebemergeln den steif-plastischen vom halbfesten Zustand und bestimmt damit maßgeblich den Ansatz der Kohäsion im Bruchzustand.
